Trailer: Zeitreise – Mit dem Motorradgespann auf den Spuren der Vergangenheit

In unserer kommenden Ausgabe, Folge #34 (Anfang September 2015) von Motorradreise.TV, präsentieren wir anstatt unseres regulären, monatlichen Magazins, unseren Film „Zeitreise – Mit dem Motorradgespann auf den Spuren der Vergangenheit“.

23. Juli 1955, Ludwigsburg, Eberhardstraße. Am Straßenrand stehen ein Lambretta-Roller und ein Goggo-Roller mit Seitenwagen, voll bepackt und bereit für die erste große Urlaubsreise zweier Familien, 10 Jahre nach Kriegsende. Ein Auto hatten damals nur die Wenigsten, ein Roller, das war schon Luxus und damit überhaupt ins Ausland zu fahren sicherlich nicht alltäglich. Im Beiwagen des 11 PS starken Goggos sitzt ein kleiner Junger und schaut mit Pudelmütze und viel zu großer Schutzbrille erwartungsvoll in die Kamera.

Er wird auf dieser Reise zum ersten mal die unglaublich hohen Berge in den Alpen sehen, von denen er gar nicht glauben kann, dass sie nicht einstürzen, so hoch sind sie. Als Passagier im Beiwagen wird er durch Österreich, über Italien und die Dolomiten bis in’s damalige Jugoslawien reisen, wo er auch zum ersten Mal das Meer sehen wird. Es ist seine allererste Urlaubsreise und ganz bestimmt ein riesengroßes Abenteuer für den siebenjährigen Michael.

Michael, das ist mein Vater. Nun ist er 67 und zwischen dem Foto von damals und heute liegt nahezu ein ganzes Leben, denke ich mir beim Durchblättern des alten Fotoalbums meiner Großmutter am Heiligabend 2014. Durch Zufall hatte ich es in die Hände bekommen und sofort war mir ein Gedanke in den Kopf geschossen. Genau diese Reise möchte ich mit ihm nochmal machen. Wann? Am 23. Juli 2015, auf den Tag genau sechzig Jahre später. Wo? Von genau dem Ort aus, an dem mein Vater seine ersten neun Lebensjahre verbracht hat, in der Eberhardstraße in Ludwigsburg.

Nach monatelanger Planung und der kompletten Rekonstruktion der Reiseroute von damals ist es also soweit. Nur Michael, mein Vater, weiß von nichts und hat sich von uns unter einem Vorwand in seine alte Heimatstadt locken lassen, von wo aus er nun sein allererstes Abenteuer noch einmal erleben darf. Mit einem Unterschied: Heute sitzt nicht sein Vater am Steuer des Gespanns, sondern ich, sein Sohn. Mit der URAL und Begleitfahrzeug begeben wir uns auf unsere Zeitreise und erwecken die alten Erinnerungen wieder zum Leben.

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